Strukturelle Anspannung

Die Gaspreise im Spotmarkt haben nach der bullishen Januarbewegung im Februar eine Seitwärtsbewegung eingeschlagen. Im Monatsmittel wurden 35,30 EUR/MWh festgestellt. Allerdings sanken die Preise im Monatsverlauf fast linear: Während sie im ersten Drittel mit durchschnittlich 37,69 EUR/MWh über den Januarwerten lagen, fielen sie im zweiten Drittel auf 34,73 EUR/MWh und und im letzten Drittel auf 33,13 EUR/MWh.
Die Risikoprämien aus dem Vormonat gingen also sukzessive zurück. Dafür sorgten einerseits die steigenden Temperaturen und andererseits die Stabilisierung der Gasspeicherstände. Deren niedriges Niveau belastet allerdings weiterhin den Preis. Gleichzeitig kamen die erwarteten LNG-Zuflüsse an und stärkten das Angebot. Auch in den USA ist die Wintersaison so gut wie vorbei. Das wird sich durch erhöhte Exporte (auch) in Richtung Europa zeitlich verzögert spürbar machen.
Finanz- und geopolitische Aspekte bestimmten weiterhin die Tagesordnung. Die LNG-Nachfrage aus Asien – im Speziellen China – nahm zu. Der industrielle Bedarf in Europa und auch Deutschland lag saisonal bedingt höher als im Vormonat.
Das sukzessive erweiterte Angebot könnte die aufkommende industrielle Nachfrageerhöhung gut abdecken. Und auch die bevorstehenden Sonnenmonate würden stützen – und kurzfristige geopolitische Eskalationen dadurch dämpfen, wobei die Betonung auf kurzfristig liegt. Die direkten Frontmonate bestätigen den Trend und größtenteils auch das Preisniveau des Spotmarktes im Februar. Der März verzeichnet nur ein kleines Minus von 10 EUR/MWh, wohingegen der 3-Monatskontrakt schon deutlicher (-20 EUR/MWh zum Februar) nachlässt. Der Future für 2027 zeigt sich mit +/-0 EUR/MWh von diesen Entwicklungen unbeeindruckt (28,58 EUR/MWh).
Die Kontraktpreise:
Kontrakt Februar: im Durchschnitt 41,84 EUR/MWh
Kontrakt März: im Durchschnitt 33,35 /MWh
Kontrakt +3 Monate: im Durchschnitt 33,14 EUR/MWh
Autor: Dimitrios Koranis
Dieser Beitrag erschien am 06.03.2026 bei KI Web (Kunststoff-Information).

