Hitzewelle und multipler Druck im Markt

Der Strommarkt war im Juli multiplen Spannungen ausgesetzt. Das schlug sich in schwankenden Preisen nieder: Während die Notierungen für Spot leicht sanken, zogen sie im Termingeschäft an. Gegenüber dem Vormonat startete der Juli bemerkenswert niedrig: Im ersten Drittel kostete die MWh durchschnittlich 95,56 EUR. Zum Vergleich: Im letzten Drittel des Juni waren es noch 144,29 EUR/MWh gewesen. Im zweiten Drittel des Juli folgte ein Anstieg auf 111,87 EUR/MWh. Im finalen Drittel entspannte sich die Lage wieder auf durchschnittlich 108,83 EUR/MWh. Über den gesamten Monat hinweg lagen die Spotpreise bei 105,53 EUR/MWh, was einer Reduzierung von 7,4 EUR/MWh zum Vormonat entspricht.
Die aufgrund der Sommerhitze weiterhin stark reduzierte Leistung der französischen Kernkraftwerke (die Stromerzeugung lief um etwa 15 Prozent gedrosselt) limitierte das Angebot im Markt und verlangte nach Substitution durch einerseits Importe und andererseits alternative Quellen (Gas). Beides trieb die Preise nach oben. Dass auch die Windkraftwerke nur einen geringen Beitrag leisteten, trieb den Strompreis zusätzlich. Die Kompensationsquellen Gas und Kohle zur Abdeckung der Grundlast waren ebenfalls überteuert: der Gaspreis als Folge der wieder aufgeflammten Krise im Nahen Osten und der daraus folgenden Risiken der Versorgungssicherheit und der Kohlepreis wegen der dramatisch reduzierten Flusspegel und damit einhergehender Materialknappheit. Allein in der zweiten Monatshälfte sank das Niveau der transportierten Menge um mehr als 50 Prozent gegenüber dem Normalniveau.
Die Futuremärkte (für die Jahre 2027 ff.) nahmen diese Turbulenzen mit und notierten höher (101,95 EUR/MWh). Damit wurden die aktuellen politischen Ereignisse beim Gas und die derzeitige Wettersituation (Hitzewelle) als Standard für das ganze Jahr 2027 definiert und fortgeschrieben.
Die Kontraktpreise:
Kontrakt Juli: im Durchschnitt 105,28 EUR/MWh (+2,38 EUR/MWh)
Kontrakt August: im Durchschnitt 119,05 EUR/MWh (+19,24 EUR/MWh)
Kontrakt +3 Monate: im Durchschnitt 124 EUR/MWh (+22,65 EUR/MWh)
Autor: Dimitrios Koranis
Dieser Beitrag erschien am 07.08.2026 bei KI Web (Kunststoff-Information).

